Gefahrgutklasse 6 Transport
Gefahrgutklasse 6 Transport europaweit. Klasse 6.1 giftige Stoffe wie Methanol und Pflanzenschutzmittel, Klasse 6.2 ansteckungsgefährliche Stoffe, mit strikter Trennung von Lebensmitteln und Futtermitteln.
Gefahrgutklasse 6 teilt sich in 6.1 giftige Stoffe und 6.2 ansteckungsgefährliche Stoffe. Zentrale Anforderung ist die strikte Trennung von Lebensmitteln und Futtermitteln, dazu geschulte Fahrer, geeignete Verpackung und vollständige Dokumentation.
Die Regel, die Klasse 6 von allen anderen unterscheidet
Bei den meisten Klassen geht es um Brand, Druck oder Korrosion. Bei Klasse 6.1 geht es um Aufnahme in den Körper, und daraus folgt die wichtigste Vorschrift: giftige Stoffe dürfen nicht zusammen mit Lebensmitteln, Genussmitteln oder Futtermitteln befördert werden. Diese Trennung gilt auch dann, wenn beide Sendungen ordnungsgemäss verpackt sind.
In der Praxis ist das der häufigste Grund, warum eine Klasse 6.1 Sendung nicht als Beiladung funktioniert. Wer eine Teilladung plant, muss wissen, was sonst noch auf dem Fahrzeug ist, und zwar bevor gebucht wird.
Typische Klasse 6 Stoffe
Diese Sendungen sehen wir in dieser Klasse am häufigsten.
| Stoff | UN Nummer | Unterklasse | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Methanol | UN 1230 | 3 mit Zusatzgefahr 6.1 | Entzündbar und giftig zugleich |
| Trichlorethylen | UN 1710 | 6.1 | Lösemittel, Dampf beachten |
| Pflanzenschutzmittel, flüssig | UN 2902 / 3082 | 6.1 | Häufig zusätzlich umweltgefährdend |
| Giftiger fester Stoff n.a.g. | UN 2811 | 6.1 | Technische Bezeichnung ergänzen |
| Ansteckungsgefährlicher Stoff | UN 2814 / 3373 | 6.2 | Eigene Verpackungsvorschriften |
Fahrerqualifikation, Ausrüstung und Verpackung
Klasse 6.1 verlangt neben der ADR Grundschulung eine Ausrüstung, die auf Hautkontakt und Einatmen ausgelegt ist, einschliesslich Augenspülflüssigkeit und geeigneter Schutzausrüstung. Bei Kontrollen wird genau das geprüft, nicht nur die Papiere.
Bei 6.2 ansteckungsgefährlichen Stoffen gelten eigene Verpackungsvorschriften mit dreifachem Aufbau aus Primärgefäss, Sekundärverpackung und starrer Aussenverpackung. Diese Sendungen sind mengenmässig klein und in der Handhabung anspruchsvoll.
Trennung, Reinigung und Vorladung
Ein Fahrzeug, das Klasse 6.1 gefahren hat, wird nicht ohne dokumentierte Reinigung für Lebensmittel eingesetzt. Umgekehrt ist die Vorladung bei Lebensmitteltransporten der Punkt, an dem ein Auftrag scheitert.
Deshalb laufen giftige Stoffe bei uns meist auf dedizierten Fahrzeugen oder in klar getrennten Verkehren. Mehr zur Vorladungsproblematik unter Tanktransport.
Deutsche Praxis: wo Klasse 6.1 im Alltag auftaucht
Der grösste Teil des deutschen Klasse 6.1 Aufkommens kommt aus der Agrarchemie, der Oberflächentechnik und der Feinchemie. Saisonal steigt das Volumen im Frühjahr durch Pflanzenschutzmittel deutlich an, was die Verfügbarkeit passender Fahrzeuge in diesem Zeitraum spürbar verknappt.
- Frühjahrssaison bei Pflanzenschutz sorgt für Kapazitätsengpässe, früh disponieren
- Trennung von Lebensmitteln gilt strikt und schliesst viele Beiladungen aus
- Lkw über 7,5 Tonnen stehen sonntags und feiertags von 0 bis 22 Uhr
- Viele Pflanzenschutzmittel sind zusätzlich umweltgefährdend und tragen das Fischsymbol
Häufige Fragen
Was gehört zur Gefahrgutklasse 6?
Klasse 6.1 umfasst giftige Stoffe wie Trichlorethylen UN 1710 und Pflanzenschutzmittel, Klasse 6.2 ansteckungsgefährliche Stoffe. Zentrale Anforderung ist die Trennung von Lebensmitteln und Futtermitteln.
Dürfen giftige Stoffe mit Lebensmitteln geladen werden?
Nein. Giftige Stoffe der Klasse 6.1 dürfen nicht zusammen mit Lebensmitteln, Genussmitteln oder Futtermitteln befördert werden, auch nicht bei ordnungsgemässer Verpackung beider Sendungen.
Welche Ausrüstung verlangt Klasse 6.1?
Neben der ADR Grundausrüstung eine auf Hautkontakt und Einatmen ausgelegte Schutzausrüstung einschliesslich Augenspülflüssigkeit. Bei Kontrollen wird die Ausrüstung geprüft, nicht nur die Dokumente.
Wie werden ansteckungsgefährliche Stoffe verpackt?
Klasse 6.2 verlangt einen dreifachen Verpackungsaufbau aus Primärgefäss, Sekundärverpackung und starrer Aussenverpackung, mit eigener Kennzeichnung.
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